Flugangst besiegen: Sind Start und Landung wirklich riskant?

In einem Flugzeug zu fliegen ist für die meisten Menschen nicht allzu angenehm, oder manch einer hat sogar richtige Angst davor. Besonders der Start und die Landung sind die Flugphasen, bei denen sich viele Fluggäste fürchten. Mein Name ist Delia und ich bin seit knapp 11 Jahren Flugbegleiterin, mache telefonische Flugangst Coachings und bin Autorin meines Buches „Flugangst-Tipps einer Stewardess„. Mit diesem Artikel möchte ich einen weiteren Beitrag dazu leisten, dass so viele Fluggäste wie möglich ihre Flugangst besiegen können.

Zuerst möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass das Fliegen eine sehr sichere Sache ist. Aber du würdest diesen Text jetzt nicht lesen, wenn du dir nicht Gedanken darüber machen würdest, ob der Start und die Landung eines Flugzeugs riskanter ist, als die Zeit in Reiseflughöhe. 

Flugangst besiegen – Der Start

Die Piloten eines Flugzeugs werden nie einfach so zur Startbahn fahren und abheben. Vor dem Abflug gibt es vieles, was die Piloten vorbereitend für den Flug machen müssen. Sie dürften nicht einmal ohne Erlaubnis die Parkposition am Flughafen verlassen. Laut einer Statistik passieren acht Prozent aller „Unfälle“ am Boden: beim Beladen, oder beim Rollen zur Startbahn. Es herrscht nämlich ziemlich viel Verkehr auf Flughäfen. Andere Flugzeuge und viele Fahrzeuge sind unterwegs und können auch kollidieren.

Kurze Anekdote:

Ich selbst hatte schon mal die Erfahrung auf dem New Yorker Flughafen JFK, dass unser Flugzeug zur Parkposition gezogen wurde und die Spitze unseres rechten Flügels gegen ein anderes Flugzeug gestoßen ist. Es hat ganze 1,5 Stunden gedauert, bis unser Flieger wirklich an der Parkposition stand und die Fluggäste und wir Crewmitglieder aussteigen konnten, da von der örtlichen Flughafenpolizei erst alles protokolliert und fotografiert werden musste. Der arme Flughafenmitarbeiter, der den Flugzeugschlepper manövriert hat – er hat seinen Job bestimmt verloren. Und ja, sowas zählt natürlich auch als Unfall in der Fliegerei.

An dieser Stelle will ich noch einmal betonen, dass ich in knapp 11 Jahren als Flugbegleiterin zwar schon kleinere „Unfälle“ am Boden, aber wirklich noch NIEMALS etwas brenzliges erlebt habe. Ich kenne auch keine Flieger-Freunde mit schlimmen Erfahrungen oder Kollegen. Fliegen ist wirklich super sicher, sonst würde ich diesen Job (als Mutter und sowieso) nicht machen. Das nochmal am Rande, weil du diesen Text schließlich liest, um deine Flugangst besiegen zu können 😉 

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Aber dich interessiert ja am meisten, was während der Startphase riskanter ist, als in Reiseflughöhe. Wenn ich jedoch „riskant“ sage, dann meine ich eher damit, dass die Phase von Start und Landung schlichtweg mehr Konzentration der Cockpit-Kollegen benötigt. Nicht nur am Boden herrscht viel Verkehr, sondern auch in der Luft in der Nähe des Flughafens befinden sich viel mehr Flugzeuge, als auf Reiseflughöhe. Die Piloten sind im Funkaustausch mit den Fluglotsen, die den Verkehr am Boden und in der Luft managen. Ohne Startfreigabe seitens der Fluglotsen hebt kein Flugzeug ab. 

Außerdem ist der Start die einzige Flugphase, die immer von den Piloten persönlich gemacht werden. Der Reiseflug wird eigentlich immer vom Autopiloten übernommen und die Landung zum Beispiel bei schlechter Sicht auch (nicht immer).  

Lies auch hier mehr zum Thema:  Autopilot – Was machen Piloten auf einem Langstreckenflug

Natürlich machen die Piloten (ich meine auch immer Pilotinnen damit) dann noch so einiges anderes kurz nach dem Start. Da sie sich in dieser Zeit am meisten konzentrieren, nennt man die Start und Landephasen auch „silent cockpit“ (leises Cockpit). Das bedeutet, dass im Cockpit nur über flugrelevante Dinge gesprochen werden darf und die Flugbegleiter im Cockpit nicht aus unwichtigen Gründen anrufen dürfen. Sobald die Reiseflughöhe erreicht ist, schalten die Cockpit Kollegen die Anschnallzeichen aus und wir Flugbegleiter wissen, dass wir auch wieder vorne „stören“ dürfen. Auf Langstreckenflügen freut sich das Cockpit Team sogar auf Besuch von uns Flugbegleitern, da es da vorne auch mal langweilig sein kann, wenn der Autopilot stundenlang eingeschaltet ist. Trotzdem werden die Geräte natürlich immer im Auge behalten und der Funkkontakt wird zu nahegelegenen Bodenstationen und Flugzeugen im selben Luftraum ständig gehalten.

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Flugangst besiegen – Die Landung

Werden die Anschnallzeichen von den Cockpit Kollegen wieder eingeschaltet kurz vor der Landung, beginnt die zweite Phase des „silent cockpit“. Auch hier müssen sich die Piloten wieder konzentrieren – allerdings nicht, weil sie das landen nicht gut können, sondern weil es einfach gesetzliche Vorschrift ist und der Sicherheit dient. In der Fliegerei wird nämlich nichts dem Zufall überlassen. 

Der Flugraum ist in der Nähe des Zielflughafens wieder „voller“ mit anderen Flugzeugen und die Cockpit Crew ist wieder im Funkaustausch mit den Fluglotsen und brauchen die Landeerlaubnis. Es gibt übrigens Flughäfen, die ständig „Stau“ haben und da ist es ganz normal, dass man einige Kreise fliegen muss, bevor man landen darf – also habe da bitte keine Sorge, wenn du so etwas mal erlebst, das ist ganz normaler Flieger Alltag. Spontan fallen mir da London Heathrow und JFK ein. Dort bin ich glaube ich nie direkt gelandet ohne extra Runden zu fliegen.

Für die Landung müssen die Piloten natürlich auch einiges im Auge haben. Dazu zählt die Geschwindigkeit, die Höhe, wie schnell das Flugzeug sinkt, Winde und so weiter. Die Bordcomputer geben im Cockpit diese Daten auch akustisch an. Setzt das Flugzeug am Boden auf, wird mit Flugzeugklappen an den Tragflächen, mit Gegenschub und Bremsen das Flugzeug abgebremst und auch dann könnten beim Rollen zur Parkposition auch wieder Kollisionen mit anderen Fahrzeugen oder Flugzeugen passieren. 

Flugangst besiegen
Flugangst besiegen

Flugangst besiegen – Fazit

Wie du aus meinen Zeilen wahrscheinlich schon herauslesen konntest, sind die Starts und Landungen nicht gefährlich, sondern sie beherbergen einfach einige Dinge mehr, die beachtet werden müssen, als auf Reiseflughöhe. Also kann man sagen, dass im Vergleich zur Reiseflughöhe die Starts und Landungen zwar die volle Konzentration der Cockpit Kollegen brauchen, aber sie sind nicht gefährlich in dem Sinne. 

Man kann es auch damit vergleichen, wie das Auffahren mit einem Auto auf eine Autobahn. Als Fahrer muss man sich konzentrieren, da man sich einfädeln muss – nur dass fliegen viel viel sicherer ist, als jede Autofahrt, weil nicht nur ein Mensch involviert ist, sondern mindestens 2 Piloten, die Fluglotsen usw. 

Ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben, damit du deine Flugangst besiegen und endlich stressfrei in den Flieger steigen kannst!

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Always happy landings, 

Deine Delia

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