House Sitting – Alles was du wissen musst

Liebst du es auch zu verreisen? Wusstest du, dass manche Menschen durch die Welt reisen, ohne jemals für ein Hotelzimmer zahlen zu müssen? Falls du dich fragst, wie genau das ohne einen Umzug oder Wildcampen möglich sein soll, dann bekommst du hier alles was du zum Thema House Sitting wissen musst!

Mein Name ist Delia und ich bin Stewardess. In den letzten Jahren bin ich schon viel in der Welt herum gekommen und die meist gestellteste Frage an mich ist: “Hast du Tipps für besonders günstige Urlaube?” Deswegen berichte ich dir nun vom House Sitting, was eine tolle Methode sein kann, um (ggf. sogar sehr luxuriös) für fast umsonst zu übernachten.

Was genau ist House Sitting?

Das House Sitting (zu Deutsch auch “Haushüter”) basiert in der Regel auf einem Austausch von Dienstleistungen zwischen einem Hausbesitzer und einem sogenannten Haussitter. In diesem Verhältnis geht es darum, dass der Hausbesitzer entweder verreist oder eine leerstehende Immobilie hat, um die es sich zu kümmern gilt. Es kann also Aufgaben umfassen wie das Wässern der Pflanzen, die Handhabung der Post und die Pflege der Haustiere.

Der Besitzer stellt das Haus kostenlos zur Verfügung im Gegenzug für die erbrachten Leistungen, wobei jedoch meist keine finanzielle Entschädigung erfolgt. Es handelt sich also um eine Vereinbarung, die für beide Seiten etwas Positives zu bieten hat.

House Sitting - Fast umsonst übernachten
House Sitting – Photo by Marion Michele on Unsplash

Wenn das House Sitting kostenlos ist, welche Kosten kommen dann auf dich zu?

Es gibt einige internationale Portale, die dir die Möglichkeit geben, dich für eine Unterkunft zu bewerben. Das ist auch die Krux, denn es kann sein, dass sich viele Menschen für dieselbe Unterkunft im selben Zeitraum interessieren. Um dich auf den Portalen für die Unterkünfte bewerben zu können, musst du einen Mitgliedsbeitrag für ein Jahr abschließen. Dieser liegt zwischen 25$ und 150$ pro Jahr. Weitere Kosten kommen auf dich nicht zu, es sei denn, es wird durch beispielsweise Langzeitaufenthalte etwas anderes mit dem Eigentümer vereinbart.

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Das größte House Sitting Portal ist trustedhousesitters.com – die Seite wird zur Zeit von ca. 1,2 Millionen Menschen monatlich besucht. Es scheint also ein absoluter Trend zu sein! Aber auch andere Portale wie Nomador, MyMindHouse, und housecarers bieten dir den selben Service. Man kann natürlich auch seine eigene Immobilie auf diesen Plattformen anbieten.

House Sitting – Vorteile vs. Nachteile

Für den Haussitter liegt der größte Vorteil natürlich im kostenlosen Wohnen, oftmals sogar in sehr beliebten Gegenden. So kann man beispielsweise sehr schön eine neue Stadt erkunden, ohne dafür ein Vermögen zahlen zu müssen. Wenn du dir also mal vorgenommen hattest einen Blog zu starten oder ein Buch zu schreiben, dann wäre das die perfekte Möglichkeit dazu. Obwohl man als Haussitter auch einigen Pflichten nachkommen muss, so hat man in der Regel auch Freizeit, die man dann für seine Hobbys und Leidenschaften wunderbar nutzen kann. Das House Sitting kann also eine perfekte Möglichkeit sein, um mal ein wenig Zeit für sich selbst zu haben.

Stell dir einmal vor, dass du jeden Tag etwas länger schlafen kannst und nicht zur Arbeit gehen musst. Das einzige was auf dem Plan steht, ist die Katze zu füttern oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Vielleicht musst du dazu noch die Pflanzen gießen und den Müll alle zwei Tage rausbringen. Den Rest des Tages kannst du so verbringen, wie du es am liebsten möchtest. Das hört sich doch wunderbar an, oder?

House Sitting - Fast umsonst übernachten
House Sitting – Photo by Krista Mangulsone on Unsplash

 

Aber trotz dieser verlockenden Vorstellung, so sollte man sich bewusst sein, dass es auch die eine oder andere Herausforderung beim House Sitting geben kann. Je nachdem, welche Anforderungen ein Hausbesitzer stellt, so kann es sein, dass du die meiste Zeit des Tages Zuhause verbringen musst, beispielsweise wenn der Hausbesitzer einen Hund hat. Zudem steht dann mehrere Male am Tag da Gassigehen auf dem Programm. Je nachdem wie problematisch sich die Haustiere verhalten und wie viel Aufmerksamkeit ihrer Pflege gewidmet werden muss, kann sich das House Sitting daher auch ganz schnell in eine stressvolle Angelegenheit entwickeln. Wenn du auf ein Haus mit Hunden aufpassen sollst, dann solltest du auf jeden Fall schon viel Erfahrung im Umgang mit den Tieren haben.

Zudem ist das House Sitting zuweilen etwas einsam, da man im Gegensatz zu einem Hotel generell nicht von allzu vielen Menschen umgeben ist. Je nachdem, wie lange man sich für einen Aufenthalt verpflichtet, kann es auch schwierig sein Bekanntschaften zu knüpfen. Das gilt vor allem für Orte, die vielleicht etwas abgelegener sind.

Wer kann Haussitter werden?

Kurz gesagt: Jeder. Das House Sitting wird von Einzelpersonen, Paaren und gelegentlich sogar ganzen Familien durchgeführt. Natürlich möchten die Haussitter gerne wissen, ob du etwa ähnlichers bereits einmal gemacht hast, oder ob du anderweitig relevante Erfahrungen gesammelt hast. Wenn der Hausbesitzer beispielsweise einen Hund hat und du zwar schon Erfahrungen mit dem Housesitting gesammelt hast, dich jedoch noch nie um einen Hund kümmern musstest, dann kann es eventuell sein, dass der Hausbesitzer einen anderen Haussitter wählt, der erfahrener im Umgang mit Hunden ist.

Du solltest selbst aber auch genauso wählerisch sein, bevor du dich dazu entscheidest, dich bei einem Hausbesitzer zu bewerben. Vielleicht gibt es Tiere, um die du dich besonders gerne kümmerst, oder eine Katzenhaarallergie macht es dir unmöglich auf Katzen aufzupassen. Du solltest solche Gedanken in deine Entscheidung mit einbeziehen, damit die ganze Sache auch anständig über die Bühne geht – denn das ganze basiert auf gegenseitigem Vertrauen.

Bist du bereit für das House Sitting?

Beim House Sitting kommst du in einem möblierten Zuhause unter und kannst die Küche und Zubehör, Waschmaschine, Bettlaken, Handtücher und alles was man so braucht nutzen, was dir auch jede Menge an Geld spart. Außerdem könntest du auch einen längeren Aufenthalt von mehreren Monaten vereinbaren und dir entstehen keinerlei Umzugskosten für Mobiliar, da die Unterkünfte voll ausgestattet sind. Du solltest jedoch sehr wohl an die Reisekosten und andere Ausgaben denken. Je nachdem, in welches Land du reist, kann es beispielsweise erforderlich sein ein Visum zu beantragen oder andere kostenpflichtige Dokumente für den Aufenthalt zu erwerben.

Informiere dich auch so gut wie möglich über die Nachbarschaft, in der du dich um das House Sitting bewirbst, damit du ungefähr weißt, was dich dort erwartet.

Zu guter Letzt solltest du dir vielleicht eine Checkliste mit all den Dingen erstellen, die zwischen dir und dem Hausbesitzer geklärt werden sollten. So kannst du herausfinden, ob eventuell andere Kosten für dich anfallen und welche Erlaubnisse du unter deinem Aufenthalt genießt.

Ich finde House Sitting mega spannend, da es einfach mal nicht der Norm entspricht und ich gerne mal über den Tellerrand schaue. Hat dir mein Blogbeitrag gefallen und du hättest Lust das House Sitting mal zu machen? Dann lass es die Leser und mich unten in den Kommentaren gerne wissen!

Always happy landings,

Deine Delia

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3 Comments

  • Posted 24/02/2019 19:29
    by Mel von Kind im Gepäck

    Wir lieben Housesitting und amchen das mittlerweile regelmäßig! Es sit einfach toll auf diese Weise eine Region, eine Stadt kennen zu lernen.
    Ich finde allerdings, dass es kein Urlaub ist, denn man hat ja auch zu tun, sprich Haus und Tiere zu versorgen, das sollte niemand vergessen. Wir machen das immer so zwischendurch, aber auch schon im Urlaub 😉 Aber eben nicht einen kompletten Reise-Tripp.
    Wer Infos zum Housesit mit Kind gerne hätte: https://www.kindimgepaeck.de/housesitting-informationen-tipps-mit-kind/

  • Posted 26/02/2019 21:58
    by Delia Wings

    Hi liebe Mel!
    Danke für den Link zu deinem Erfahrungsbericht zum House Sitting mit Kind! Ich kann mir (als Mutter) gut vorstellen, dass gerade Familien sich für das House Sitting interessieren könnten, da von Küche bis Waschmaschine alles vorhanden ist – für ziemlich wenig Geld.
    Falls du deinen Kommentar hier weiterverfolgst: In welchen Ländern hast du damit schon Erfahrungen gesammelt?
    LG
    Delia

    • Posted 04/05/2019 08:54
      by Mel von Kind im Gepäck

      Mittlerweile haben wir in den USA, Schweiz, England und Deutschland gesittet, sind aber offen für alles. Es muss halt passen und dann geht´s los!

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