Reisetipps – Diese 9 Dinge wissen die meisten Fluggäste nicht!

Auch wenn du schon öfter mal an Bord eines Flugzeugs warst, wusstest du vielleicht noch nicht alles, was die Fliegerei so mit sich bringen kann. Folgende Reisetipps von mir als Stewardess machen dich zum Profi aller Fluggäste!

Deodorant kann den Feueralarm in der Bordtoilette auslösen

Wenn ein Feueralarm in einem Flugzeug ausgelöst wird, dann ist das eine sehr unangenehme Situation. Der Alarm ertönt im ganzen Flugzeug und es blinken viele Lichter. Im Falle eines Brandes in der Kabine sind die Flugbegleiter sofort an Ort und Stelle, da wir auf unseren Geräten sehen können, wo genau der Rauchmelder angeschlagen hat, um den Brandherd sofort löschen zu können. Auch alle Fluggäste bekommen mit, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Umso unangenehmer ist es, wenn man sich auf einer Bordtoilette frisch machen möchte und durch das Sprühen eines Deodorants aus Versehen den Feueralarm ausgelöst wird. Dir wird das ab nun nie passieren, wenn du den ersten der 9 Reisetipps befolgst, und dein Deo Spray lieber nicht auf der Bordtoilette verwendest.

Kein Schlange stehen mehr

Du kennst es: Am Gate entsteht eine Schlange schon lange bevor der Einsteigevorgang überhaupt beginnt. Spätestens wenn die Fliegertüren zum Einsteigen eröffnet werden quetschen sich die Menschenmassen Richtung Flugzeugbrücke. Also lautet einer meiner Reisetipps: Bleibe entspannt in der Nähe des Gates sitzen, bis sich die Schlange aufgelöst hat. Dann gehst auch du Richtung Flugzeug, denn selbst hinter dem Gate in der Flugzeugbrücke wirst du noch in einer Schlange warten müssen. Wenn du im Flieger nicht an den Toiletten Schlange stehen möchtest, dann versuche dann das stille Örtchen aufzusuchen, wenn der Service noch nicht begonnen hat. Oder während des Services, wenn dir die Servicetrolleys nicht den Weg zur Toilette versperren. Direkt nach dem Service möchten fast alle Gäste aufs Klo und Schlangen sind vorprogrammiert.

So muss man nicht lange auf den Bordservice warten

Reisetipps Fluggäste
Reisetipps Fluggäste

Wenn du beim (Online)Check In erfährst, welches Flugzeugmuster du fliegen wirst, oder einen Sitzplan siehst, dann suche dir einen Platz aus, der möglichst weit entfernt von der Bordküche ist. Denn das ist Tipp 3 aus der Liste meiner Fluggäste Reisetipps: Flugbegleiter beginnen den Service (meist) weit weg von der Küche und arbeiten in Richtung der Küche. Kleiner Tipp am Rande: Nimm dir eine leere Flasche mit durch die Sicherheitskontrolle und fülle sie vor dem Flug im Terminal am Wasserspender auf. So bist du gut mit Wasser für deinen Flug versorgt und musst nicht ewig auf den Service warten, oder teure Getränke am Flughafen kaufen. Deutsches Leitungswasser hat übrigens Trinkwasser Qualität! Natürlich kann man auch seinen eigenen Essensproviant mit in das Flugzeug nehmen, solange es feste Nahrung ist, oder Babybrei/Milch, wenn ein Kind unter 2 Jahren mitfliegt.

Mehr Platz im Flugzeug

Einer der Reisetipps ist gerade für Fluggäste interessant, die zu zweit im Flugzeug unterwegs sein werden. Bucht euch eine Dreierreihe am Fenster – und zwar den Fenster- und den Gangplatz. Ist der Flug nicht ganz ausgebucht, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass sich niemand zwischen euch setzen wird. Falls doch, könntet ihr nach einer Sitzplatzalternative für den anderen Gast schauen, oder ihr tauscht mit ihm, sodass ihr wieder zusammen sitzt. Der Mittelplatz ist der unbeliebteste, also wird der andere Gast gerne tauschen.

Schneller aus dem Flieger rauskommen

Hast du eine „knackige“ Umsteigezeit um deinen Anschlussflug zu bekommen? Selbst wenn nicht, ist dies auch einer der Reisetipps, die ich selbst beim privat Fliegen immer anwende: Suche dir einen Platz soweit wie möglich vorne aus beim Check In. Viele Flugzeuge parken an einer Flugzeugbrücke und lassen die hinteren Türen geschlossen. (Auf der Langstrecke sogar zu einem sehr hohen Prozentsatz.) Je weiter du vorne sitzt, umso schneller kannst du das Flugzeug verlassen. Eine Alternative wäre auch, dass du dich nur zur Landung weiter nach vorne setzt, falls freie Plätze vorhanden sind. Gerade bei einer Verspätung und einer sehr knappen Umsteigezeit kannst du die Flugbegleiter fragen, ob du sogar vorne in der Business Class zur Landung sitzen darfst, um schnell aus dem Flugzeug aussteigen zu können.

Alkohol wirkt stärker an Bord

Reisetipps Fluggäste Alkohol
Reisetipps Fluggäste

Auch wenn ein Gläschen in Ehren auch gerne mal an Bord eines Flugzeugs getrunken werden darf, sollten Fluggäste diesen Reisetipp im Hinterkopf behalten: Durch den verminderten Druck in der Kabine weiten sich die Gefäße und der Alkohol gerät schneller ins Blut. Deswegen trinke Alkohol (wenn überhaupt) langsam an Bord und in Maßen. Eigens mitgebrachten Alkohol darf man übrigens nicht im Flugzeug trinken, aus dem einfachen Grund, dass dann die Gefahr der „Alkoholisierung“ besteht, was eine Gefahr für den Fluggast und sogar für andere Fluggäste werden kann. Auch bei Schlaf- oder Beruhigungsmedikamenten muss aufgepasst werden – leider habe ich als Stewardess schon so einige Fluggäste kollabieren gesehen, die die Wirkung von Tabletten und Alkohol an Bord unterschätzt haben.

Flugbegleiter können weit mehr, als viele denken

Viele Menschen glauben, dass wir Flugbegleiter nichts weiter machen als Service und ggf. die Sicherheitsanweisungen vor dem Start. Die Stewardess Ausbildung ist zwar keine anerkannte Ausbildung und im Vergleich ziemlich kurz, aber wir lernen jedoch in gut 2 Monaten extrem viel (auswendig). Aus rein gesetzlichen Gründen sind Airlines verpflichtet Flugbegleiter mit an Bord von Passagierflugzeugen zu haben. (Reine Frachtflugzeuge fliegen nur mit Piloten.) Wir sind dazu da, die Sicherheit der Fluggäste zu garantieren. Wir…

  • können die Gäste eines Flugzeugs im Falle einer Notlandung schnell evakuieren 
  • kennen die Evakuierungskommandos aus dem „Effeff“ 
  • können schnell eine Rauch- oder Feuerentwicklung löschen
  • sind bestens in erster Hilfe und lebenserhaltenden Maßnahmen ausgebildet
  • können mit gefährlichen Gütern und Gegenständen umgehen
  • sind super im Umgang mit Gästen, die Flugangst haben
  • sind Allrounder für jede Frage / Sorge
  • kennen uns gut aus mit kulturellen Unterschieden
  • haben im Falle einer Notlandung „Survival Training“ für abgelegene Gebiete absolviert
  • können aggressive Gäste unter Kontrolle bringen
  • könnten auch Geburtshilfe geben: Werden Babies in einem Flugzeug geboren, stehen statt eines Geburtsorts in der Geburtsurkunde nur die geographischen Koordinaten!
  • und wir können so vieles mehr… (Sprengt hier den Rahmen)

Flugbegleiter sind eigentlich für (fast) jede mögliche Situation ausgebildet. Ein Flugzeug in der Luft ist ein abgeschlossener Raum und deswegen sind wir für jede Frage, Sorge oder Situation für dich als Fluggast da! 🙂

 

Tiere als „emotionale Unterstützung“ an Bord

Reisetipps Fluggäste Hund
Reisetipps Fluggäste

Das betrifft hauptsächlich die Flüge von und in die USA: Hat ein (US-amerikanischer) Fluggast ein schriftliches Attest eines Arztes oder eines Psychologen, darf er ein Tier mit in die Kabine nehmen, was sonst dort verboten wäre: Beispielsweise einen großen Hund oder auch ein etwas exotischeres Tier, im Dienste der emotionalen Unterstützung. Klingt zwar unglaubwürdig, ist aber Realität. Hier der Eintrag dazu auf Wikipedia. Wunder dich also nicht, wenn  auf der nächsten USA Reise ein Labrador neben dir im Flugzeug sitzen sollte 😉

Flugangst ist weit verbreitet

Bis zu 80% aller Fluggäste fühlen sich zumindest nicht ganz wohl an Bord eines Fliegers. Manche Menschen bekommen sogar regelrecht Schweißausbrüche und Panik, nur wenn es um die Buchung eines Fluges geht. Falls dich das Thema auch betrifft, dann bist du also nicht allein – aber es gibt auch Wege die Flugangst überwinden zu können. Einer der besten Reisetipps für Fluggäste mit Flugangst ist die Flugbegleiter anzusprechen. Wir kennen uns mit dem Thema aus und helfen gerne!

„Besondere“ Fracht

Manchmal werden auf Passagierflügen auch Dinge transportiert, die schon etwas ungewöhnlich sind. Hierzu gebe ich mal ein eigenes Beispiel aus meinem Stewardess Leben: Rückflug New York nach Frankfurt. Der erste Service war erledigt und ich konnte eins der Crew-Betten benutzen, wo normalerweise die Piloten schlafen. Da es auf dieser relativ kurzen Langstrecke nur 2 Piloten in der Crew gibt, darf keiner der beiden schlafen gehen, also hatte ich den Schlafraum für mich selbst (für kurze 45 Minuten). Ich wurde jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass in diesen Schlafraum eine „besondere Fracht“ gelagert wurde – menschliche Augen eines verstorbenen Spenders! Auch wenn die Augen natürlich in einer speziellen Box gesichert waren, fühlte ich mich während meiner Ruhezeit etwas „beobachtet“, bzw. fand es schon sehr merkwürdig, was alles so in einem Passagierflugzeug transportiert wird.

Hast du noch interessante Reisetipps für Fluggäste, oder hast schon mal etwas witziges an Bord eines Fliegers erlebt? Dann lass es mich und die Leser in den Kommentaren wissen!

Always happy landings wünscht dir,

Deine Delia

 

 



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