Flugbegleiter – Jet Set Life über den Wolken

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Meine Nägel lasse ich mir am liebsten in New York machen, an meine Haare lasse ich nur meinen Lieblings-Friseur in Singapur und meine Nähstoffe kaufe ich immer in Peking vom selben netten Verkäufer. Habe ich mal wieder Lust auf eine Seafood Suppe, lege ich mir einen San Francisco Flug in meinen Arbeitsplan. Ist das Wetter in Deutschland kalt und nass, tanke ich Sonne am Strand von Miami. Hört sich nach Wunschdenken an? Ist es aber nicht! Als Flugbegleiter ist die Welt dein Zuhause und du hast nach einer Weile bei jedem Zielort deine Lieblings-Spots.

Wenn du dich fragst, wie das Leben eines Flugbegleiters so ist, dann bist du nicht der Einzige! Seitdem ich als Stewardess arbeite, werde ich so viel über meinen Beruf gefragt, wie noch nie zuvor. Und das aus gutem Grund: Wir haben wirklich einen sehr spannenden Job und haben extrem viel zu erzählen! Deswegen gebe ich euch einen kleinen Einblick hinter meine Kulissen und hoffe, dass euch der Beruf des Flugbegleiters genauso begeistert, wie mich. (Hinweis: hier geht es um meine persönlichen Erfahrungen, in diesem Job bei meiner Airline!)

Die Welt erkunden Flugbegleiter Globus

Ich kann mich noch ganz genau an meinen allerersten Flug erinnern. Es ging nach Chennai in Indien. Somit hatte ich gleich zu Anfang einen „Kulturschock“. Indien tickt ganz anders als Deutschland oder Europa, aber gerade das war eine super tolle Erfahrung für den ersten Flug als Stewardess! Als die Flugzeugtüren vor Ort aufgingen, bemerkte ich sofort das extrem andere Klima. Es war Dezember und in Deutschland waren es Minusgrade. Eine warme, feuchte Luft mit einem ganz speziellen Geruch umhüllte mich und ich wusste, dass ich nun wirklich weit weg von Zuhause war. In den zwei Tagen Aufenthalt war ich „geflasht“ von dem chaotischem Verkehr, dem super leckeren Essen und den Gepflogenheiten der Menschen. Aber nicht nur mein erster Flug in eine andere Kultur überraschte mich, sondern auch die nach Afrika, Asien, oder Amerika. Das Kennenlernen von fremden Kulturen erweitert den Horizont ungemein und ist einfach einer der tollsten Seiten des Flugbegleiter Berufs!

Arbeiten im Team

Es ist etwas ganz Besonderes Teil des Teams einer Flight Crew zu sein! Auf jedem Flug ist die Crew besetzt mit neuen Kollegen und trotzdem funktioniert die Teamarbeit wie von Zauberhand. Die Crew Mitglieder kennen sich in den meisten Fällen nicht, da wir in unserer Airline einfach sehr viele Kollegen sind. Aber trotzdem sind wir Kollegen untereinander total offen, herzlich und unterstützend – so als wenn wir schon langjährige Freunde wären. Es gibt eigentlich nie Zickereien, wie man es in anderen Berufen vielleicht erlebt hat. Wir gehen zusammen im Ausland essen, gehen feiern, machen Sight Seeing und erzählen uns intime Dinge. In der Zeit, in der wir auf Reisen sind, ist die Crew fast wie unsere Familie und Freundeskreis. Ich habe schon tolle Menschen in den Crews kennengelernt und auch schon feste Freundschaften geschlossen!

Freizeit zu Hause Flugbegleiter Freizeit

Wenn du jetzt aber denkst, dass ein Flugbegleiter nur unterwegs ist und keine Zeit für Freunde und Familie hat, liegst du nicht ganz richtig. Klar kann es uns passieren, dass wir das Osterfrühstück verpassen, weil wir fliegen müssen, aber dafür haben wir als Ausgleich auch ziemlich viel frei! Nach einem Singapur Flug habe ich beispielsweise mindestens 5 Tage am Stück frei, manchmal sogar länger. Wenn meine „Fußgänger“-Freunde also ins Büro oder zum Job müssen, habe ich  als Flugbegleiter Freizeit. Dies natürlich aber auch verdient, denn die Zeitverschiebungen und Nachtflüge müssen ja auch auskuriert werden 🙂

Kulinarische Erfahrungen

Oh man, ich habe schon so tolle Dinge weltweit gegessen, die ich sonst in Deutschland nie gekostet hätte! Mein erstes (und bestes) Kimchi hatte ich in Seoul (Korea) und den besten Burger habe ich in San Francisco verspeist. Oft saß ich in China im Restaurant mit einer Speisekarte, die ich nicht lesen konnte, aber bekam die leckersten Dinge serviert. (Ehrlicherweise muss ich auch zugeben, dass manche Dinge nicht mein Geschmack waren.) Aber trotzdem; wer kann schon behaupten, dass er die beste Pizza der Welt in New York gegessen hat, den leckersten Cocktail auf einer Rooftop Bar in Singapur geschlürft hat und das größte und tollste Buffet in Doha verschlungen hat? Ein Flugbegleiter kann das!

5 Sterne Hotels Flugbegleiter - Bett

Klar, das eigene Bett ist jedem das liebste. Aber wenn du in Dallas auf dem super großen und mit tausend Kissen befüllten King Size Bett aufwachst, fühlst du dich wie ein neugeborener Mensch. Dann greifst du zum Telefonhörer und bestellst dir erstmal ein schönes Frühstück ans Bett. Dieses wird dir dann mit einer Blume ans Bett serviert. Und das beste: Du bekommst ausreichend Spesen für deinen Aufenthalt, um dir so einen Service leisten zu können! Natürlich kannst du aber auch zum Frühstücks Diner um die Ecke gehen. Dort schmeckt es auch toll und die gesparten Spesen kannst du zum Beispiel vershoppen.

Weltweites Shopping

Bist du Flugbegleiter, ist dein Kleiderschrank voll mit Klamotten, die kaum einer deiner Freunde nachkaufen kann. Du hast sie ja schließlich dort gekauft, wo „normale Menschen“ eher selten hinkommen. Interessanterweise kaufe ich kaum noch Kleidung in deutschen Geschäften. Wozu auch? In den USA bekomme ich Markenkleidung für teilweise nur ein Zehntel des Preises. Gerade die vielen großen Malls in den USA sind einfach nur ein Shopping Paradies. In den Food Courts der Shopping Malls gibt es tolles und günstiges Essen. Mein Favorit sind die Zimtschnecken von Cinnabon – ein Traum! Aber auch die Märkte in Peking oder Shanghai besuche ich oft.  Dort bekommt man Kleidung, und vor allem ganz viele Accessoires zu einem sehr günstigen Preis – wenn man richtig handelt! Man muss den Verkäufern klar machen, dass man kein „normaler Tourist“ ist und sich mit den Preisen auskennt. Sonst wird man schnell mal abgezockt. Das Feilschen muss man erst mal lernen, aber dann macht es auch richtig Spaß, wenn man etwas super günstig ergattern konnte.

Gibt es auch Schattenseiten?

So glamourös der Job als Flugbegleiter auch ist, gibt es auch Dinge, die weniger angenehm sind. Müdigkeit gehört zu dem Job einfach dazu. Die vielen Zeitzonen, Nachtflüge und sehr frühe Abflugzeiten sind nichts für Menschen, die eine Schlafroutine brauchen. Auch dass man oft an Wochenenden weg ist, wenn Freunde und Familie frei haben. Wenn man jedoch Freunde in der Fliegerei hat kann man sich einen gemeinsamen Flug in den Plan legen und kann die Welt gemeinsam erkunden. Eine weitere Schattenseite im Job als Flugbegleiter sind zum Beispiel medizinische Notfälle an Bord. Die kommen relativ häufig vor. In den meisten Fällen handelt es sich dann um Kreislaufbeschwerden die entweder durch Übermüdung oder durch Schlaftabletten verursacht worden sind. In meiner Zeit als Stewardess habe ich aber noch keinen lebensbedrohlichen medizinischen Notfall miterlebt und ich hoffe, dass das auch so bleibt.

Alles in Allem überwiegen die positiven Seiten natürlich bei Weitem die Schattenseiten! Wer sich dazu entscheidet Flugbegleiter zu werden, wird ein spannendes und Horizont erweiterndes Leben führen. Fremde Kulturen lernt man kennen, tolle Menschen trifft man in der Luft und am Boden und die Welt ist sein Zuhause. Man führt ein Jet Set Life, dass man sich im Normalfall kaum leisten könnte. Jeder Flug ist anders und man lernt auch viel über sich selbst. Ich bin unendlich dankbar, dass ich dieses Leben führen darf!  Wenn du dich auch als Flugbegleiter bewerben möchtest, dann gebe ich dir hier Tipps. Werde auch Teil der Facebook Gruppe „Stewardess werden“!

Always happy landings wünscht dir,

Deine Delia

2 Comments

  • Posted 02/06/2018 20:58
    by Nessi

    Hey,
    das ist ein super interessanter Beitrag! Dein Job hört sich wirklich toll an, denn natürlich hat jeder Job Schattenseiten. Diese wären für mich jedoch total vertretbar.
    Liebe Grüße
    Nessi

    • Posted 02/06/2018 21:10
      by Deliawings

      1000 Dank für dein Kompliment Nessi!
      Schattenseiten gibt es wahrscheinlich in jedem Lebensbereich, die Frage ist nur, ob man sich damit arrangieren kann 😉 Ich liebe diesen Job und er hat mir die Welt zu meinem „Zuhause“ gemacht

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